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Juli 2025
Restaurierte Marienstatue aus der ehemaligen Klosterkirche Frauenroth kehrt zurück
Die restaurierte Marienstatue hat ihren angestammten Platz in der ehemaligen Klosterkirche von Frauenroth wieder eingenommen. Auf Initiative des Rhönklub-Zweigvereins Burkardroth und mit finanzieller Unterstützung der örtlichen Vereine, des Musikvereins und der Freiwilligen Feuerwehr, wurde die hölzerne Pieta restauriert. Mit Zustimmung von Pfarrer Stephan Hartmann und Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde wurde die Pieta von der Restaurierungswerkstatt George Hille aus Oberelsbach bearbeitet. Anstatt sie mit frischer Farbe zu überziehen, wurde der ursprüngliche, ausdrucksstarke Gesamteindruck durch Schadensausbesserungen und umfassende Reinigung wieder hergestellt.
In der Blütezeit des Zisterzienserordens im Hochmittelalter waren alle ca. 1500 Männer- und Frauenklöster ihrer Schutzpatronin Maria, der Mutter Gottes, geweiht. Auch heute befinden sich in der kleinen Dorfkirche von Frauenroth zahlreiche vielfältige Darstellungen der Muttergottes.
Laut der bekannten Schleiersage ist der Ort der Klostergründung romantischer Zufall. Der Schleier der Gräfin Beatrix von Bodenlauben (von Courtenay) soll vom Söller der Burg Bodenlauben an einem bis dahin unbekannten Ort unweit von Burkardroth gefunden worden sein.
Doch die geschichtliche Realität spricht für eine wohlüberlegte Standortwahl.
Als aus dem cluniazensischen Benediktinertum heraus eine Reformbewegung entstand, die zurück zu den Wurzeln der Vorstellungen des Hl Benedikt strebte, wurde mit der Gründung der Zisterzienserorden ein Neuanfang gewagt. Ganz konkrete und wesentliche Vorgaben der neuen Observanz bestimmten die Neuausrichtung und sorgten für Prägung und Abgrenzung zu anderen Bewegungen. Eine dieser grundsätzlichen neuen Festlegungen, die das neue zisterziensische Leben in praktischer, vor allem aber wirtschaftlicher Hinsicht wesentlich prägten und damit auch segensreich auf das Umland wirkten, war die Ortsbestimmung. Klostergründungen durften nur in abgelegenen, unbewohnten Gegenden vorgenommen werden.
Steht man auf einem der umliegenden Berge von Frauenroth und folgt dem Weg von der Burgruine Bodenlauben, dem Wohnort des Grafenpaares Otto und Beatrix, durch das weite Saaletal, wird die geforderte Abgeschiedenheit des Klosterstandorts deutlich. An einem sanften Talende wurde das Kloster entsprechend den zisterziensischen Bestimmungen gegründet.
Weitere Statuten aus der Entstehungszeit des Ordens bestimmten das spirituelle Leben der Nonnen. So wurde festgelegt, dass „alle unsere Klöster zu Ehren der Königin des Himmels und der Erde“ zu erbauen sind.
Diese Vorgaben dürften dem Stifterpaar Otto und Beatrix bekannt gewesen sein.
Sie tauschten vom Bischof von Würzburg den Standort im Waldgebiet nahe Burkardroth gegen andere Güter und rodeten den Wald für das geplante Kloster, was sich im Namen „Novalis Sanctae Mariae“ widerspiegelt – Rodeland für die hl. Jungfrau Maria. Maria war auch hier, wie in allen anderen Zisterzienserklöstern, die Schutzpatronin der Nonnengemeinschaft.
Nach den Zerstörungen des 30jährigen Krieges wurde die Kirchenruine noch im 17. Jahrhundert zur Dorfkirche für das 1691 gegründete Dorf Frauenroth umgebaut.
Auch in den letzten Jahrzehnten fanden umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Kirche statt, bei denen auch zwei Muttergottesdarstellungen als Wandmalereien aus der Zeit des intakten Klosterlebens im Chorraum freigelegt werden konnten.
Eine dieser Darstellungen zeigt die „Strahlenkranzkönigin“ mit dem Jesuskind auf dem Arm, sie bringt Licht in den ausgemalten Chorraum. Mit der Lilie als Zepter in der Hand, blickt sie als Himmels- und Erdenkönigin von der Wand freundlich auf das Grabmal des ehedem fränkischen adeligen Grafenehepaares.
Neben einem nicht leicht zu erkennenden Muttergottesbildnis in der ausgemalten Chorrundung und einem auf der Rückwand des barocken Altars sind noch weitere Muttergottesdarstellungen in figuraler Form aus verschiedenen Epochen zu finden. Eine davon steht im Hauptschiff dem heutigen Kirchenpatron St. Blasius gegenüber als Schmerzensmutter mit dem toten Jesus auf ihrem Schoß auf einem Sockel. Sie stammt aus der Renaissancezeit Ende des 15. Jahrhunderts und wartete auf ihre Restaurierung. Jetzt ist sie restauriert zurück.
Ihre Herkunft und der Zeitpunkt ihres Einzugs in die Kirche sind noch ungeklärt – möglicherweise wurde sie noch während des Klosterlebens als Auftragsarbeit der bis 1574 anwesenden Nonnen geschaffen oder später für die Ausstattung der Dorfkirche erworben.
Mit diesem Projekt wird bereits ein erster Lichtstrahl auf das im Jahr 2031 bevorstehende 800-jährige Gründungsjubiläum des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters geworfen. Im Wissen um die lange Geschichte des Frauenklosters bleibt die umfänglich restaurierte Kirche für die Bürger von Frauenroth ein identitätsstiftendes und –förderndes Wahrzeichen.
Initiator/Autor: Klaus Wehner
Foto: Walter Kuhn
Restaurierte Pieta
von links:
Pfarrer Stephan Hartmann
Jessica Jenischta (Musikverein Frauenroth)
Svenja Reichert (Feuerwehr Frauenroth)
Klaus Wehner (Rhönklub und Initiator des Projekts)
11.07.2025
Der Rhönklub ZV Burkardroth spendet 2.000 Euro für den Wiederaufbau der Kissinger Hütte
Am 11.7.2025 gab es ein besonderes Treffen zwischen dem Rhönklub Zweigverein Bad Kissingen und dem Zweigverein Burkardroth. Der 1. Vorsitzende Thorsten Raab kam mit Schriftführerin Karin Voll und Wegewart Manfred Voll zur Hundinghütte um ein großes Geschenk vorbei zu bringen. Der Burkardröther Rhönklub hatte schon zur Sanierung der Kissinger Hütte vor wenigen Jahren 1.000€ gespendet und lässt den Nachbarverein nun auch beim Neubau, der durch den Brand der Hütte im März nötig wurde, nicht allein. Diesmal verdoppelten die großzügigen Wanderkameraden die Summe sogar auf 2.000€. Die Kissinger Delegation bestehend aus Manfred Egert (1. Vorsitzender), Bernd Schaupp (2. Wanderwart) und Simone Müller (Schriftführerin) bedanken sich herzlich für diese Spende, die sowohl moralisch als auch im Geldbeutel hilft. Es ist eine große Aufgabe die Hütte wieder aufzubauen, da ist jede Hilfe willkommen und nötig.
Besonders ist dieses Zusammentreffen, weil der Vereinsvorsitzende Thorsten Raab zwar Wurzeln in Burkardroth hat, aber seit ca. 20 Jahren in San Franzisco lebt. Dank moderner Kommunikationsmöglichkeiten ist dies seit vielen Jahren problemlos möglich, da er stets auf dem Laufenden ist, was die Vereinsaktivitäten angeht, die Geschicke auch aus der Ferne und in Abstimmung mit den Vorstandskollegen lenken kann. Bei der jährlichen Reise nach Europa, macht er mit seiner Familie selbstredend immer einen Abstecher in die alte Heimat. Die Zweigvereine nutzten diese seltene Gelegenheit um sich persönlich auszutauschen, es ergab sich ein angeregtes Gespräch über die Kissinger Hütte und die Vereinsaufgaben in einem Rhönklub Zweigverein. Man bleibt im Gespräch und die Burkardröther freuen sich darauf, die neue Kissinger Hütte zu besuchen und wieder einkehren zu können!
Autor: Simone Müller
Foto: Bernd Schaupp
07.07.2025
Mit dem Mainfrankenticket nach Karlstadt
Der Rhönklub Burkardroth unternahm eine Kulturfahrt nach Karlstadt am Main. Insgesamt 25 Personen hatten sich zu diesem Tagesausflug angemeldet. Mit der Bahn ging es von Bad Kissingen über Gemünden in die Hauptstadt des Nachbar-Landkreises Main Spessart. Der Besuch des „Museums Karlstadt“, das im ehemaligen Landrichterhaus aus dem 14. Jahrhundert eingerichtet ist, war das erste Ziel des Tages. Dieses Baudenkmal ist für sich allein schon etwas Außergewöhnliches. Besonders beeindruckend sind die Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert. In den beiden Ausstellungen „Zeitbrüche“ und „Stadtgeschichte“ konnten sich die Rhönklubmitglieder auf der einen Seite den Aussagen moderner Künstler zu Umbrüchen in Leben und Religion widmen als auch einen Einblick in über 200.000 Jahre Menschheitsgeschichte in der Region Karlstadt gewinnen. Nach einer kleinen Mittagspause wurde die Gruppe von Herrn Robert Emsden unter dem Motto „Let me infotain you“ durch die historische Altstadt geleitet. Seine humorvolle und informative Stadtführung würzte er zur Freude seiner Zuhörer mit passenden Liedern, tiefsinnigen Texten und kleinen Schauspieleinlagen. Erst danach setzte leichter Regen ein und nach einem Tässchen Kaffee ging es wieder zum Bahnhof und mit dem Zug zurück in die Rhön.
Autor: Karin Voll
Foto: Karin Voll
05.07.2025
Mitglieder des Rhönklubs Burkardroth zu Gast in Salz bei Bad Neustadt
Den überwiegend sonnigsten Tag in einer ansonsten meist verregneten Woche erwischte der Rhönklub Burkardroth bei seinem Ausflug in die historische Ortschaft Salz in der Nähe von Bad Neustadt, einst Pfalz Karls des Großen.
Bei einem Ortsrundgang erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Geschichte von Salz, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht. Monika Iffert, einer erfahrenen Gästeführerin gelang es, den fast zweistündigen Rundgang durch den Ort so kurzweilig und interessant zu gestalten, dass die Aufmerksamkeit ihrer Gäste bis zum Ende erhalten blieb. Die zahlreichen Baudenkmäler, v.a. die Vielfalt der verschiedenen, noch sehr gut erhaltenen Tore und unterschiedlichen Pforten der Anwesen im Altort sowie die dreischiffige Pfeilerbasilika Maria Himmelfahrt, die erstmalig bereits im Jahr 974 geschichtlich erwähnt wurde, beeindruckten die Rhönklubmitglieder in besonderem Maße.
Nach einer kleinen Pause im Kirchgarten und kurzem Resümee über die vielen Eindrücke verabschiedete und bedankte man sich für die interessante Führung bei Frau Iffert. Der Tag, der unter der Regie von Karin Voll stand, fand in geselliger Runde seinen Abschluss bei einem Abendessen in einer örtlichen Pizzeria in Burkardroth.
Autor: Karin Voll
Foto: Karin Voll
20.04.2025
Der Rhönklub Zweigverein Burkardroth spendet Bankgarnitur
In regelmäßigen Abständen macht es sich der Rhönklub Burkardroth zur Aufgabe, an den Wanderwegen der Großgemeinde Burkardroth Sitzgarnituren zu finanzieren. Diese wurde nun kürzlich im Bereich der Hermannsruh von den Mitarbeitern des Bauhofes des Marktes Burkardroth aufgestellt.
Nun steht auch größeren Wandergruppen und den ab und zu anwesenden Schulklassen noch eine zusätzliche Sitzmöglichkeit zur Verfügung.
Die Vorstandschaft des Rhönklubs Burkardroth bedankt sich bei Daniel Wehner, dem 1. Bürgermeister und seinen Mitarbeitern des Bauhofes für das Aufstellen und die ganzjährige Pflege der Garnitur.
Autor: Karin Voll
Foto: Christian Metz
06.09.2024
Der Rhönklub Burkardroth zum Picknick an der Hermannsruh
Eine beachtliche Anzahl von Mitgliedern des Rhönklub Zweigvereins Burkardroth konnte bei angenehm sommerlichen Temperaturen ihren Wanderausflug mit einem Picknick im Gepäck zur Hermannsruh, einem ehemaligen Jagdhaus auf eine Anhöhe bei Stralsbach, unternehmen. Teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad machten sie sich auf den Weg um dort auf dem angrenzenden Gelände in geselliger Runde ihre mitgebrachten Leckerbissen zu genießen.
Die optimalen Wetterbedingungen ermöglichten von dieser Anhöhe aus einen herrlich weiten Ausblick über die gesamten schwarzen Berge bis hin zum Kreuzberg.
Durch die Übergabe des Schlüssels von Daniel Wehner, dem 1. Bürgermeister, hatte man noch die Möglichkeit, das ehemalige Jagdhaus von innen zu besichtigen. Elisabeth Kuhn, ehemalige 2. Bürgermeisterin von Burkardroth, konnte noch über einiges Wissenswertes bzgl. der Geschichte der Hermannsruh berichten.
Alle Teilnehmer der Gruppe genossen schließlich das gemütliche Beisammensein bis in den späten Nachmittag bevor sie den Heimweg antraten.
Autor: Karin Voll
Foto: Karin Voll
23.08.2024
Ausflug des Rhönklub Zweigvereins Burkardroth in das romantische Lohr am Main
Großes Interesse fand das Vereinsangebot, das blühende Mainstädtchen Lohr zu besichtigen. Dank der Organisation von Klaus Wehner wurden unter Begleitung eines Stadtführers Schloss und Altstadt erkundet. Seine geschichtlichen Ausführungen, die authentische und lebhafte Art des Erzählens aktueller Stadtentwicklungen wiesen ihn als echten eingeborenen Lohrer aus. Zwei gegossene Figuren auf dem Schlossplatz unterstrichen den von ihm angesprochenen Unterschied zwischen den eingeborenen und den zugereisten Bürgern. So lernten wir, dass die Einheimischen die „Wobber“, die Zugezogenen die „Schnüdel“ waren.
Im pädagogisch gut aufgestellten Spessartmuseum erlebten wir eine spannende Zeitreise durch Gegenwart und Vergangenheit. Bedingt durch den waldreichen Spessart domminierten die Holzwirtschaft und die davon abhängigen Gewerbe. Eines dieser profitablen Gewerbe war die Spiegelherstellung. Öffentlichkeitswirksam hängt das Unikat des „Sprechenden Spiegel“, aus dem entsprechenden Märchen auch „Schneewittchenspiegel“ bezeichnet, im Spiegelkabinett des Museums. Schneewittchen selbst, das sein Zuhause im Schloss gehabt haben soll, steht jetzt als fragwürdiges modernes Kunstobjekt auf dem weiten Platz vor der Stadthalle.
Nach einem Spaziergang durch die Altstadt endete die Exkursion in der Katholischen Kirche. Dort wurden zum Abschluss der Führung noch die lebensgroßen Figuren der überörtlich bekannten Karfreitagsprozession vorgestellt.
Nach einer Kaffeepause verließen wir die „märchenhafte“ Stadt. In Gemünden bogen wir vom breiten Maintal in das enge Saaletal ab und fuhren flussaufwärts bis Schönau. Am dortigen Kloster wartete schon einer der insgesamt 5 dort lebenden Franziskanerminoriten auf unser Eintreffen. Mit einem „religiösen Werkzeugkasten“ ausgerüstet, begrüßte er uns am Kirchenportal herzlichst. Mit seinem „Handwerkszeug“ unter dem Arm lud er uns zu „seiner“ nicht alltäglichen spirituellen Kirchenführung ein.
Nicht die Bekanntgabe von Jahreszahlen war ihm wichtig, sondern das Finden der richtigen Glaubenswerkzeuge für den Alltag. Dazu dienten ihm anschaulich die ausgewählten Utensilien aus seinem Werkzeugkasten ebenso, wie das Erklären verschiedener biblischer Bildmotive oder Figuren aus dem Kirchenraum, mit denen er, ob für Kirchgänger oder nicht, Gottes Nähe veranschaulichen wollte.
Die so geschaffene Nachdenklichkeit wurde nach der Führung unter den schattigen Bäumen im Klostergarten bei einem kühlen Getränk in Gesprächen fortgeführt.
Seinen Abschluss fand der Ausflug nach einer kurzen Weiterfahrt in einem idyllisch am Saaleufer gelegenen Landgasthof in Michelau.
Autor: Klaus Wehner
Foto: Karin Voll
11.04.2024
Der Rhönklub Zweigverein Burkardroth zur Führung im UNESCO Welterbe Bad Kissingen
Einen Ausflug nach Bad Kissingen unternahmen Mitgliedern des Rhönklub Zweigvereins Burkardroth. Hier konnten sie im Rahmen einer eigens gebuchten Führung durch die historischen Gebäude des UNESCO-Welterbe mit den beeindruckenden Sälen und Räumen in vergangene, aber keinesfalls vergessene Zeiten eintauchen.
Großzügig und elegant wurde man im Foyer des Max-Littmann-Saals empfangen. Über die Geschichte und Architektur der beiden bedeutendsten Bad Kissinger Wahrzeichen, den Regenten- und Arkadenbau, konnte die Gruppe vieles erfahren, was man bisher so noch nicht wusste. Der Max-Littmann-Saal, Konzertsaal von Weltruhm mit seiner einzigartigen Akustik und der imposanten Königsloge, der grüne Saal mit seinen silberfarbenen Ornamenten an den Wänden sowie der Weiße Saal im Rokoko-Stil, der vor allem bei Hochzeitspaaren sehr beliebt ist, beeindruckten die Gäste in besonderem Maße. Durch den Salon am Schmuckhof gelangte die Gruppe nach außen in den Schmuckhof. Hier stehen sich Statuen aus der römischen und griechischen Mythologie, Zierbrunnen und Wandmalereien gegenüber. Schließlich konnte man noch die Wandelhalle, die größte ihrer Art in Europa, bewundern. Auch sie wurde nach den Plänen des Architekten Max Littmann errichtet.
Dem erfahrenen Gästeführer gelang es, den über einstündigen Rundgang so informativ und interessant zu gestalten, dass die Aufmerksamkeit seiner Gäste bis zum Ende erhalten blieb. Vor dem Maxbrunnen verabschiedete und bedankte man sich bei ihm für die ausgesprochen informative Erlebnistour.
In einem Bad Kissinger Café ließ man den Tag beim gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen ausklingen.
Bericht: Karin Voll
13.10.2023
Maria Bildhausen ist eine „Kraftquelle“
Eine Gruppe Interessierter des Rhönklub-Zweigvereins Burkardroth wanderte bei schönstem Herbstwetter von Fridritt nach Maria Bildhausen. Unter dem jahrhundertealten Torbogen wurde sie vom ehemaligen Leiter der dortigen Wohneinrichtung erwartet. Der Pensionär hält seine Beziehung zu seiner ehemaligen Arbeitsstätte durch Chronik- und Archivarbeiten sowie durch Führungen aufrecht.
Gleich zu Beginn der Führung ordnete er die mehr als 800-jährige geschichtliche Entwicklung der Anlage in drei Epochen.
So entwickelte sich das 1156 gegründete Zisterzienserkloster trotz mehrfacher historischer Rückschläge zu einem wohlhabenden und einflussreichen Kloster. Besichtigte Erinnerungsbauteile waren das renovierte Abteigebäude sowie die ehemalige Bibliothek mit dem beeindruckenden Deckengemälde.
Vor allem der Totalabbruch der mit 17 Altären ausgestatteten 3-schiffigen Klosterkirche und der Verlust weiterer Wohn- und Wirtschaftsgebäude nach der Säkularisation im Jahre 1803 änderten das Gesamtbild der Anlage. Der Weggang der Mönchsgemeinschaft bezeugte den endgültigen Entwicklungsbruch und den Jahrzehnte dauernden Stillstand in der Fortentwicklung.
Vielfältige Umbrüche nach der Säkularisation kennzeichnen den Abschnitt der deutschen Geschichte. Die politische Landschaft veränderte sich grundlegend. Mit der zunehmenden Industrialisierung trat im wirtschaftlichen Bereich das aufkommende Bürgertum immer mehr in Erscheinung. Die sich verbessernde medizinische und hygienische Versorgung und die damit einhergehende rasant anwachsende Bevölkerung hatten weitreichende Auswirkungen. Nicht alle profitierten davon. Es entstanden neue soziale Problemfelder bis hin zur Massenarbeitslosigkeit und -verelendung. Althergebrachte dörfliche und familiäre Sicherungssysteme lösten sich auf.
Die Not der Menschen vor Augen gründeten eigeninitiativ einzelne Vertreter der beiden christlichen Kircheneinrichtungen für gerechtere Teilhabe und bessere Chancen für benachteiligte Menschen.
Der Übergang zur letzten und damit heutigen Entwicklungsstufe von Maria Bildhausen war den Umständen dieser schwierigen Zeiten und dem Mut eines einzelnen geschuldet.
So erwirbt der katholische Priester Dominikus Ringeisen bar jeglicher finanzieller Mittel im Jahr 1897 die Anlage Maria Bildhausen, die bis heute Heimat und Lernort für viele behinderte Menschen ist. Dazu stehen Wohnung wie Werkstätten zur Verfügung, in denen die behinderten Menschen ihr Leben ganz individuell entsprechend ihrer Möglichkeiten leben und unter Anleitung von Fachpersonal gestalten können.
Nach dem Weggang der letzten Schwestern der St.-Josefs-Kongregation stehen jetzt leer gewordene Räumlichkeiten für andere Zwecke zur Verfügung. Diese sollen entsprechend der Planung des Landkreis Bad Kissingen zu einem Bildungsstützpunkt für den Pflegebereich umgebaut werden. Mit der „Akademie Barbara Stamm“ hat man schon einen Namen gefunden. In der neuen Einrichtung sollen Programme für Menschen in anstrengenden Pflegeberufen ebenso angeboten werden, wie für den privaten Bereich für pflegende Angehörige und dem dazugehörigen Umfeld.
Unter günstigen Umständen könnte der Umbau 2027/28 bezugsfertig sein. Damit wäre auch die bauliche Substanz der alten Gebäude gesichert.
Den Abschluss der 1½-stündigen Führung brachte der Besuch des Friedhofs direkt neben dem mittelalterlichen Torhaus. In der dort eigens für die zu beklagenden 8 Euthanasieopfer aus der Zeit des Nationalsozialismus errichteten Kapelle wurde es im Zeichen des mahnenden Erinnerns noch einmal still.
Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein in der angrenzenden Klosterschänke.
Autor: Klaus Wehner
Foto Karin Voll
14.07.2023
Musik und Literatur im Gartensalon – Rhönklub Burkardroth in Nickersfelden
Der Garten Raab in Nickersfelden bot den beeindruckenden Rahmen für einen Rhönklubabend der besonderen Art. Elisabeth und Walter Kuhn zeichneten verantwortlich und hatten diesen ungewöhnlichen „Konzertsaal“ unter einem Trompetenbaum ganz bewusst für diese Veranstaltung gewählt. Mit Hannah Silberbach und Laura Breuter-Widera hatten sie zwei Mitglieder der Gruppe „Lautnah“ für den musikalischen Teil gewinnen können. Zu deren Repertoire an diesem Abend gehörten Songs von George Gershwin (Summertime) und Bart Howard (Fly me to the moon) ebenso wie selbst komponierte Stücke ihrer Band „Lautnah“, die das Duo jeweils passend zu den literarischen Werken darbot. Die Lektoren Silke Kuhn, Kurt Heim und Walter Kuhn brachten in gestenreichem Vortrag Gedichte, Geschichten und Anektoden berühmter Schriftsteller zu Gehör: Romantisches (Joseph von Eichendorff), Tierisches (Rainer Maria Rilke oder Heinz Erhardt) und allerlei Nachdenkliches (z.B. Hermann Hesse oder Lothar Zenetti). Die Besucher dankten den Veranstaltern und Akteuren für einen rundum stimmigen Abend in zauberhaftem Ambiente.
Autor: Walter Kuhn
Foto: Karin Voll
17.06.2023
Mitglieder des Rhönklubs Burkardroth zu Gast in Lauterbach
Die Mitglieder des Rhönklub Zweigvereins Burkardroth konnten bei angenehmen sommerlichen Temperaturen ihren Wanderausflug nach Lauterbach in Hessen genießen. Bei einer morgendlichen Stadtführung erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Geschichte des beeindruckenden Fachwerkstädtchens, das im Jahre 812 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Einer erfahrenen Stadtführerin, gelang es, den zweistündigen Rundgang durch die Altstadt so kurzweilig und interessant zu gestalten, dass die Aufmerksamkeit der Teilnehmer bis zum Ende erhalten blieb. Die zahlreichen gut erhaltenen prachtvollen Fachwerkbauten und Denkmäler der Stadt, beeindruckten die Rhönklubmitglieder in besonderem Maße. In der monumentalen evangelischen Stadtpfarrkirche, eine Perle des Hochbarocks und eine der schönsten Rokoko-Kirchen Hessens, sangen Zensi und Elmar Brehm das „Wunschlied“ gesungen, das allen Anwesenden zu Herzen ging.
Nach einer Mittagspause in der Kutscherstube im Posthotel stand die Wanderung über den Saumpfad zum Schoss Eisenbach an. Hier wurden wir geführt von Hannelore Schlitt, die uns als gebürtige Lauterbacherin unterwegs noch viele interessante geschichtliche Details aus der Region und auch Amüsantes aus ihrer Jugend erzählen konnte. Bei einem Rundgang durch den angrenzenden Schlosspark beeindruckten die Jahrhunderte alten Baumriesen sowie die meterhohen Buchsgewächse.
Die Einkehr nach der Wanderung in der Gaststätte “Burgpost“ auf Schloss Eisenbach beendete einen erlebnisreichen Tag, der unter der Regie des Wanderwartes Elmar Brehm stand. So konnte die Gruppe gestärkt die Heimreise vom Vogelsberg in die Südrhön antreten.
Autor: Karin Voll
Foto: Hannelore Schlitt
22.11.2022
Walter Kuhn las aus seinem Erstlingswerk am
Auf Einladung des Rhönklubs Burkardroth kam der Zahlbacher Autor Walter Kuhn in die Bücherei am Marktplatz und begeisterte die Zuhörer mit vier Kurzgeschichten aus seinem im letzten Jahr erschienenen Buch „Ich liebe das Reisen“. So spürten die Besucher nach, was der weitgereiste gebürtige Ochsenfurter zum Beispiel bei einem Marienfest am 22. August 1979 in dem peruanischen Bergdorf Rosaspata erleben konnte, als Walter Kuhn und seine drei Reisegefährten am Nordrand des Titicacasees vom Bürgermeister des Ortes ins Rathaus gerufen und geehrt wurden.
Seine Eindrücke und Erlebnisse während einer nächtlichen Zugfahrt von Hanoi in den Süden Vietnams beschrieb der Autor in einer zweiten Geschichte, die er an diesem Abend den Rhönklubmitgliedern schenkte. In der dritten Erzählung beschrieb Kuhn dann den schönsten Tag seiner Syrienreise, den er als vielleicht den schönsten Tag seines ganzen Lebens bezeichnete. Der Abend dieses erlebnisreichen Tages in Aleppo wurde gekrönt von der Begegnung mit dem syrischen Studenten Mahmoud Dabbak, der ihm und seiner Frau Elisabeth zu nächtlicher Stunde die Schönheiten seiner Stadt zeigte.
Für den Abschluss der Lesung hatte Walter Kuhn eine Geschichte aus Westafrika mit dem Titel „Zu Besuch bei Mama Ganou“ ausgesucht. Die Zuhörer tauchten ein in das Marktgeschehen von Bobo Dioulasso, der zweitgrößten Stadt von Burkina Faso, und lernten danach die Schwiegermutter seines afrikanischen Freundes Zala kennen, die mit großem Engagement und unter schwierigsten Umständen ihre Großfamilie führt.
Genügend Gesprächsstoff war geliefert und der pensionierte Lehrer Walter Kuhn antwortete gern auf die zahlreichen Fragen seiner Zuhörer. Die Rhönklubveranstaltung wurde stimmungsvoll abgerundet, als das Vorstandsmitglied Karin Voll ihr Schifferklavier auspackte und den Autor und seine Zuhörer dazu animierte, einige bekannte Heimatlieder aus der Rhön mitzusingen.
Autor: Walter Kuhn
Foto: Karin Voll